In diesem Ratgeber
Ein Aufstehbett soll einen schwierigen Teil des Tages erleichtern: den Weg vom Liegen an die Bettkante. Ob diese Unterstützung für Sie ausreicht, lässt sich jedoch nicht am Produktnamen erkennen. Das Bett übernimmt bestimmte Bewegungen; Ihre eigene Beweglichkeit, Ihr Sitzgleichgewicht und die Unterstützung im Haushalt gehören ebenso zur Entscheidung.
Den Bewegungsablauf in einzelne Schritte aufteilen
Beim Aufstehen folgen mehrere Aufgaben aufeinander. Zuerst wird der Oberkörper aufgerichtet. Dann werden die Beine zur Bettseite bewegt, eine Sitzposition eingenommen und die Füße aufgestellt. Erst anschließend geht es in den Stand und weiter zum ersten Schritt. Je nach Bauart unterstützt ein Dreh- und Aufstehbett mehrere dieser Übergänge, aber nicht automatisch alle.
Beschreiben Sie deshalb möglichst genau, welcher Abschnitt Ihnen schwerfällt. „Ich brauche ein Aufstehbett“ ist weniger aussagekräftig als „Das Sitzen gelingt, aber ich bekomme meine Beine nicht allein über die Bettkante“. Die grundsätzlichen Funktionen erklärt unser Beitrag Wie funktioniert ein Aufstehbett?.
Was vor einer Vorführung persönlich geklärt werden sollte
Sitzen und Fußkontakt
Die vorgesehene Endposition muss zu Ihrer Körpergröße passen. Prüfen Sie gemeinsam mit einer fachkundigen Person, wie Sie darin sitzen und ob Ihre Füße den Boden wie vorgesehen erreichen. Ein Bewegungsprogramm, das technisch korrekt abläuft, kann für eine bestimmte Person trotzdem ungeeignet sein. Lassen Sie sich bei bestehenden Unsicherheiten begleiten, statt den Ablauf allein auszuprobieren.
Bedienung und Verständnis
Sie sollten erkennen können, welche Taste welche Bewegung auslöst und wie sich diese anhalten lässt. Wenn eine andere Person die Steuerung übernimmt, muss sie die Einweisung ebenfalls erhalten. Besprechen Sie auch, wer bei Fragen oder Veränderungen Ihrer Situation erreichbar ist. Eine beiliegende Anleitung ersetzt das gemeinsame Kennenlernen nicht.
Der Weg nach dem Aufstehen
Der Nutzen endet nicht an der Bettkante. Wo steht die Gehhilfe? Ist neben der ausgedrehten Liegefläche genug Platz für eine Begleitperson? Können Sie den nächsten Weg ohne störende Möbel beginnen? Bei Bedarf sollten Pflege- oder Therapiefachpersonen diese Übergänge mit Ihnen beurteilen.
Welche Grenzen gehören offen in das Gespräch?
Eine Drehfunktion ist keine Zusage, anschließend allein stehen oder gehen zu können. Das gilt besonders, wenn sich Kraft, Gleichgewicht oder Orientierung verändern. Auch die selbstständige Bedienung kann an manchen Tagen anders gelingen. Planen Sie deshalb nicht ausschließlich für den besten Tag.
Ein Aufstehbett ist außerdem nicht automatisch ein geprüftes Pflege- oder Medizinprodukt. Fragen Sie nach der Zweckbestimmung und den Unterlagen des konkreten Modells. Wenn das Bett Teil einer medizinischen oder pflegerischen Versorgung werden soll, muss die Auswahl mit den daran beteiligten Fachpersonen abgestimmt werden.
Die Wohnsituation gehört zum Funktionstest
Eine Vorführung im großen Ausstellungsraum zeigt noch nicht, ob das Bett in Ihr Schlafzimmer passt. Entscheidend sind neben den Außenmaßen auch Drehrichtung und Bewegungsbereich. Eine Schranktür, ein Nachttisch oder ein Heizkörper können dort stehen, wo später Platz gebraucht wird. Messen Sie daher nicht nur die Grundfläche des Bettes.
- Skizzieren Sie das Zimmer mit Türen, Fenstern und festen Möbeln.
- Markieren Sie die bevorzugte Ausstiegsseite und den Weg zur Zimmertür.
- Notieren Sie, wer tagsüber und nachts unterstützen kann.
- Lassen Sie sich die erforderlichen Freiräume für das konkrete Modell nennen.
Mit realistischen Erwartungen gut entscheiden
Ein passendes Bett kann einzelne Abläufe deutlich angenehmer machen. Die gute Entscheidung entsteht daraus, dass Technik, Person und Umgebung zusammen betrachtet werden. Bei der persönlichen Beratung von Senior-Bett.de können Sie Ihre Fragen vor einer Bestellung klären und eine geeignete Vorführung besprechen. Bringen Sie gern eine vertraute Person mit, die Ihren Alltag kennt.




